Die entscheidung, nach whistler zu fahren war mal wieder recht spontan und wurde von felix, einem ex-sprachschul-schueler vorgeschlagen mit dem ich zwar nicht zur selben zeit unterricht hatte ihn aber durch andere sprachschulbekannte kennenlernte. auch marc, ein freund von ihm war mit am start.
nicht zuletzt hatte ich mir vorgenommen, im januar sowieso mal in whistler vorbeizuschauen bevor einen monat spaeter der olympiatrudel losgeht und sogar der north-south highway 99 von vancouver nach whistler komplett dicht gemacht wird. nur spezielle (anscheinend ueber 400) busse duerfen ihn zwischen dem 12. und dem 28. februar befahren, damit die gluecklichen ticketerwerber und athleten von a nach b kommen.
an abend nr. 1 trafen wir uns auf ein kuehles bier im lennox und feilten an unseren plaenen.
an abend nr. 2 trafen wir uns im starbucks und gingen anschliessend zur pacific central station, dem staedtischem bahnhof und ergatterten uns guenstige greyhound tickets kombiniert mit lift tickets, alles in allem rund 94$ (liftkarte alleine eigentlich 90$). ziemlich guter deal! am naechsten morgen ging es auch schon los! der wecker klingelte so frueh wie sonst nie! um 4.45 kam ich aus den federn, meinem organisatiorischem geschick habe ich es zu verdanken dass ich an diesem morgen nicht sonderlich viel zusammenkramen musste und so gings auch nach wenigen minuten mit den skiern auf der einen schulter, mit den schuhen auf der anderen und die stoecke noch irgendwie dazwischen gekrueppelt auf den 700 meter langen marsch zur bushaltestelle. die letzten meter waren quaelerisch. dauernd rutschten mit die schuhe von den schultern oder ein ski weiter nach vorne. dies war der zeitpunkt, der mir den einzigen vorteil des snowboarders vor augen fuehren konnte und dieser war buchstaeblich der “tragekomfort”. Naja, auch ueberlebt.
Um punkt 6 uhr traf ich dann felix und marc am bahnhof und wir suchten nach etwas quatschen unser terminal auf. ja, greyhound bezeichtet die abfahrtstationen als terminals und ebenso bekommt man beispielsweise “boarding is at 6.20 at terminal 13” gesagt. auch priority seating erinnert an fluggesellschaften usw... ob das notwendig ist oder ob sich greyhound als eine fluggesellschaft sieht weis ich nicht. Wie es auch sei, die fahrt war recht kurz und ich habe eigentlich die meiste zeit geschlafen, musste allerdings auch abwaegen ob ich lieber die natur bestaunen oder lieber irgendwas krankes traeumen will. deshalb hielt ich mein schlafdauer auf ein minimum, was sich spaeter ziemlich gut durch eine herrliche sicht auszahlte. schnee- und eisbedeckte gletscher, weis ueberzogene tannen, blauer himmel und sonne. nicht vergleichbar mit den lokalen north-shore mountains bei vancouver. ziemlich beeindruckend. der stockende verkehr (es war samstag und eigentlich abzusehen; wir kamen um 9.15uhr leider 45 minuten spaeter an als geplant) gab uns ausreichend zeit zum glotzen.
angekommen die natuerliche prozedur: zeug zusammenkramen und tickets holen gehen. felix hat sich noch skier ausgeliehen und nach glaub 1h waren wir dann schon mitten im line-up fuer den lift. professionelles line-skipping war angesagt, schlieslich mussten wir ja den stau wieder gutmachen, ebenso wie die ewigen prozeduren am ticket- und rentalschalter. vorige nacht hat es 70cm geschneit und der tag versprach powderig zu werden. der schnee war tatsaechlich exzellent und auch mit dem wetter hatten wir sehr viel glueck. meistens schneit es bzw. regnet es sogar, und von regen habe ich nach cypress endgueltig mehr als genug. wir arbeiteten uns im draengelschritt immer weiter den berg hinauf, hatten einmal sogar pech dass ein lift wegen irgendwelchen unbekannten sicherheitsproblemem geschlossen werden musste...
leider kann ich das skifahren hier nicht genauer beschreiben weil ich 1. immernoch nicht den geringsten ueberblick ueber dieses groesste skigebiet nordamerikas habe und 2. es eigentlich auch nicht viel sensationelles zu sagen gibt, bis auf ein paar wenige sachen:
whistler hat eine peak-2-peak gondel, welche whistler selbst und blackcomb (nachbarberg, nicht sonderlich kleiner) verbindet. ich weis nicht genau die distanz in welcher die gondel etwa 400m ueber dem tal schwebt, allerdings ist die laenge ein offizieller weltrekord (glaube ich jedenfalls) und ein beachtliches stueck architektur. zeit blieb nicht die zu fahren, allerdings wird das bald nachgeholt. highlight war unter anderem auch das fahren abseits der oeffentlichen pisten. nach 5 jahren zum ersten mal wieder mit einem schlepplift gefahren und ein paar hundert meter keuchend vor erschoepfung bergauf durch den tiefschnee gestampft war es soweit. um uns der gletscher, unter uns (leider schon etwas abgefahrene) tiefschneepisten (der platz war ja schliesslich kein geheimnis). hammer! keine lifte, stille, nur wind und schnee.
Nachdem ich von marc durch ein paar lebkuchen versorgt wurde, da ich mein essen natuerlich im rucksack vergessen habe und mein zuckerspiegel auf normal war, fuhren wir noch die ein oder andere (buckel-)piste runter und genossen die guten verhaeltnisse, auch wenn die line-ups an den liften gelegentlich die stimmung truebten.
Um 3.30 machten die letzten lifte zu und wir chillten noch ein wenig im terrainpark, welcher an sich schon so gross ist wie die grossen pisten auf cypress.
Ein paar schoene spruenge, fotos und spass, sogar noch eine begegnung mit malte, einem travelworker aus meiner ankunftsgruppe praegten die letzten minuten des wahrscheinlich geilsten skitages der letzten jahre! nach einem burger-and-beer ging es dann auch schon wieder zurueck richtung vancouver, und puenklich um 9 uhr kam ich an, und werde voraussichtlich naechsten mittwoch wieder richtung whistler aufbrechen und noch weitere male! es ist einfach unbeschreiblich gross, und einfach nur geil! meine arbeit auf cypress ist nicht mehr wirklich arbeit, den ganzen text hier habe ich auf cypress offline geschrieben (das rechtfertigt also die ausfuehrlichkeit und laenge, man muss ja schliesslich die zeit fuellen), ein anderer spielt gitarre, eine andere sitzt rum und liest und ein anderer liest auch, muss aber wahrscheinlich bald aufs klo. chillig, und wann wird man schon fuers zocken auf dem laptop bezahlt? ;)
bald sollten auch fotos auf facebook sein, hoffe ich jedenfalls (ich habe meine kamera natuerlich vergessen, und ich glaube vergessen wird das wort meiner reise...so viel schon :( ....)
gruesse!
Montag, 18. Januar 2010
Mittwoch, 13. Januar 2010
Stand der Dinge
Noch 30 tage bis die olympischen spiele losgehen...und auf dem berg sieht es nicht sehr berauschend aus.
snow-cats bauen schnee ab wo es geht um die olympiapisten zu praeparieren und einigermassen instand zu halten. was fuer ein verzweiflungsakt, aber was sollen die auch machen. ein schoenes bild fuer die zuschauer wird es auf jedenfall nicht wenn es nicht bald schneit. es giesst teilweise in stroemen bei weit ueber 5 grad, eklige schlammflecken und unschoene grasflecken kennzeichnen die ehemals schneebedeckten public runs. vanoc schiebt glaub langsam panik, selbst die halfpipe der snowboarder geht unter den wassermassen ein. fuer die oeffentlichkeit wurde der berg geschlossen (bis auf den nordic-bereich), die begrenzungszaeune werden entfernt und es wird allerlei geschafft. vanoc habe ich es zu verdanken dass ich noch einen job habe. obwohl, ich sollte es wohl eher geld verdienen nennen weil arbeit habe ich nicht wirklich. pro stunde kommen vielleicht ein mal vanoc mitarbeiter oder ski patrol jungs fuer die zaunentfernung. dann heisst es lift anschmeissen, 2 minuten warten, stoppen. unsere supervisors haben uns geraten, ein buch, magazin oder sonstiges unterhaltungsmittel mit in die lifthuetten zu nehmen. waehrend olympia wird mir gluecklicherweise full-time garantiert, ob es mit den liftboy weitergeht steht allerdings in den sternen. die athleten werden wahrscheinlich nicht auf grass fahren wollen in ihrer freizeit. mal sehen was kommt, was kommen sollten ist der schnee. 30 tage zeit...das sollte doch zu schaffen sein, liebes mildes westkuestenklima!
snow-cats bauen schnee ab wo es geht um die olympiapisten zu praeparieren und einigermassen instand zu halten. was fuer ein verzweiflungsakt, aber was sollen die auch machen. ein schoenes bild fuer die zuschauer wird es auf jedenfall nicht wenn es nicht bald schneit. es giesst teilweise in stroemen bei weit ueber 5 grad, eklige schlammflecken und unschoene grasflecken kennzeichnen die ehemals schneebedeckten public runs. vanoc schiebt glaub langsam panik, selbst die halfpipe der snowboarder geht unter den wassermassen ein. fuer die oeffentlichkeit wurde der berg geschlossen (bis auf den nordic-bereich), die begrenzungszaeune werden entfernt und es wird allerlei geschafft. vanoc habe ich es zu verdanken dass ich noch einen job habe. obwohl, ich sollte es wohl eher geld verdienen nennen weil arbeit habe ich nicht wirklich. pro stunde kommen vielleicht ein mal vanoc mitarbeiter oder ski patrol jungs fuer die zaunentfernung. dann heisst es lift anschmeissen, 2 minuten warten, stoppen. unsere supervisors haben uns geraten, ein buch, magazin oder sonstiges unterhaltungsmittel mit in die lifthuetten zu nehmen. waehrend olympia wird mir gluecklicherweise full-time garantiert, ob es mit den liftboy weitergeht steht allerdings in den sternen. die athleten werden wahrscheinlich nicht auf grass fahren wollen in ihrer freizeit. mal sehen was kommt, was kommen sollten ist der schnee. 30 tage zeit...das sollte doch zu schaffen sein, liebes mildes westkuestenklima!
Dienstag, 5. Januar 2010
Trip nach Seattle, der 2.
Vor wenigen stunden bin ich mit dem greyhound wieder in vancouver angekommen.
5 tage seattle vom feinsten liegen hinter mir, mit familientreff, shoppen, kino und allerlei witzigem zeugs. die zeit verging wie im flug und war mal wieder viel zu kurz!
diesmal startete ich mit dem bus am nachmittag, und kam abends gegen 7 uhr in seattle an. treffpunkt war etwas spaeter, so hockte ich mich in der naehe des public markets in einen starbucks, nichts ahnend dass laura und paige 50m weiter (am treffpunkt) die 20 minuten wartezeit im auto verbrachten waehrend ich gemuetlich meinen caramel apple spice schluerfte. ich ahnte schon dass sie frueher kommen, dachte mir allerdings dass sie sich eher in den starbucks setzen als im auto zu warten.
dann traf ich die beiden, laura kam aus dem auto gerannt und stolperte auf mich zu ^^ ...und dann begann es, das peinliche englisch reden mit der deutschen schwester, obwohl doch alle (wir beide) deutsch koennen ausser paige, die 3. person im wagen und fahrerin. nagut, lange nicht mehr blamiert :) ...naja, war im endeffekt doch nicht so schlimm. wir fuhren (ueber umwege; paige wohnt zwar da aber sie kann die strassen wohl nicht gaaanz auswendig :)..) zum haus der wileys, welches immernoch gleich geil war wie vor knappen 2 monaten als ich mit holger dort gehaust habe. abends gingen wir dann noch gemuetlich zu dritt ins kino in "the blind side". fuer einen emotionalen, amerikanischen schicksalsfilm ueber arm und reich, football und college war er allerdings garnicht schlecht. und das englisch kam mittlerweile auch einigermassen verstaendlich rueber. nach mitternacht kamen wir dann heim, den ersten abend schonmal sinnvoll gefuellt.
der naechste tag startete, wie erhofft, mit langem ausschlafen und anschliessendem shoppen. nachdem ich paige's eltern begruesst habe (natuerlich wiedermal supernett!) setzten sich laura, paige und ich in den wagen und fuhren ein bisschen shoppen, unter anderem in eine mall welche mich an die hiergelegene erinnert. viele interessante geschaefte mit humanen preisen. ein paar schnaeppchen konnte ich gekonnt an land ziehen bevor die weitere reise uns gegen abend in ein thailaendisches restaurant fuerte. dort traf ich dann auch dana und alissa, die beiden aelteren schwestern von paige. nach familiaerem teilverfahren stellten wir auf unserem tisch ein buffet zusammen von dem sich jeder bedienen durfte. meine favoriten des abends waren nicht nur die eltern, welche uns mal wieder durch eine unabschlagbare einladung den abend verbitterten, sondern auch golden duck, sweet chicken und beef, alles fein gewuerzt, oder eben schaerfer. nach einer halben stunde hatten alle den bauch und die nase voll vom essen und wir gingen nach hause. natuerlich durfte zur abrundung des tages ein guter film nicht fehlen. auf dem rueckweg von der videothek schauten wir noch bei paige's und laura's freundin vorbei, dessen vater deutscher war. so unterhielten sich laura und ich noch mit ihm und pimpten sein eingerostetes aber noch sehr gutes deutsch auf, nebenbei zeigte er uns schulhefte aus seiner kindheit. die grundschulaufschriebe von 1960 waren recht interessant anzusehen. gegen 23.45 kamen wir dann zu hause an und schauten paranormal activities, ein richtig gruseliger aber meiner meinung richtig geiler film. sehr empfehlenswert, aber nur wenns draussen dunkel ist. allein im haus sein ist danach wohl nicht mehr moeglich. paige konnte 2h lang nicht einschlafen und lies das licht brennen haha :).
am naechsten morgen wurde wieder geschlafen, ziemlich lange. danach gechillt und dann avatar angeschaut. ziemlich guter film auf jedenfall! abends ging es noch in ein mexikanisches familienrestaurant namens garcias, welches nicht nur um die ecke von den wileys liegt sondern dessen familie auch noch sehr dicke mit wileys ist. das essen war natuerlich exzellent. feines, saftiges beef. hmmm...
der naechste tag startete mit einem fruehen weckruf vor 10 uhr. die maedchen hatten wieder class und so fuhr lori laura und mich nach seattle downtown um zu shoppen. wir durchstreiften zahlreiche outdoor laeden (keiner verkaufte einen rueckenprotektor, shit) und andere geschaefte. gekauft wurde auch ein wenig, den restlichen abend wurde gechillt. herrlisch!
der letzte tag war recht chillig und nicht wirklich mit highlights bestueckt. wir schliefen aus, packten und machten uns auf dem weg in die stadt um mich beim greyhound terminal off zu droppen. alles in allem ein klasse ausflug, richtig spass gemacht und vor allem mal wieder gut gewesen ein bekanntes gesicht zu sehen nach dieser ewigkeit.
ich hoffe die chronologie stimmt, ansonsten berichtige ich wenn mir/laura was einfaellt.
morgen gehts ne runde skifahren und dann beginnt der arbeitsalltag wieder. und bald (4.feb) beginnen die olympischen spiele, yieha!
gruesse, wieder aus canada
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