Mittlerweile bricht fuer mich hier der dritte monat an. seit 67 tagen bin ich nun schon hier in vancouver, der wohl klimafreundlichsten ecke dieses zweitgroessten landes der erde.
der herbst ist schon langst eingebrochen wie man vor allem in den parks hier unschwer erkennen kann und auch der winter scheint auf den vormarsch zu sein. 10cm neuschnee gab es auf der bergkette noerdlich vancouvers. und das ist nicht nur gut fuer mich, da mein skilift-job dann bald beginnt, auch gut fuer die olympischen spiele, die hier in vancouver und whistler (das st. moritz kanadas) im februar und maerz gehalten werden.
diese woche fing wie die meissten wochen mit montag an, das hiess fuer mich "an die arbeit!". Ivo hatte mir einen job auf einer baustelle besorgt, gelegen in new westminster, ein paar skytrain-minuten oestlich von burnaby, wo ich lebe. es ist schon eher ein stadtrand-bezirk, 20 zugminuten von downtown entfernt. in dem gebaeude arbeiteten wir sozusagen den bauarbeitern hinterher. sie fertigten badezimmer an, welche wir dann putzten, also von staub, gips- und betonresten befreiten und blitzeblank polierten. die bezahlung war ausgesprochen gut. 10$ die stunde sind schon sehr passabel fuer travel-worker hier in der stadt, wobei meine arbeit nicht allzu schwer und kraeftezaehrend und die sicht von gebaeude natuerlich auch top war. um 11.45 hiess es dann mittagspause. gutes gefuehl, wenn beim nickerchen die gelduhr weiter tickt :)... der mindestlohn ist uebrigens 8$ in british columbia, also 5 euro und ein paar cents.
der dienstag sah relativ aehnlich aus, hochmotiviert um 8 uhr ging es an die arbeit und um 16 uhr packten wir dann unsere sachen und setzten uns in den zug gen heimat. gemischte gefuehle begleiteten mich nach hause. das gute war dass ich nun schon nach 2 tagen arbeit das geld fuer meine columbia bungaboo parka zusammen hatte, eine meiner meinung nach recht wetterresistente und solide ski- und winterjacke. andererseits war es mir nicht moeglich mittwoch zur arbeit zu kommen, weil wir zu schnell arbeiteten oder die bauarbeiter zu langsam. jedenfalls wurden nicht mehr so viele leute gebraucht, deshalb wurden ein paar andere und ich "beurlaubt", was sich am folgefreitag als dauerhaft herausstellte...leider :(. ein aergernis, diese unfaehigkeit, zu kalkulieren, wie viele leute man fuer ein gebaeude braucht. hoffe ich werde dennoch bis zum liftjob ab und zu die gelegenheit haben dort ein paar kroeten zu verdienen.
aber um mal wieder zum chronologischen faden zurueckzufinden: den mittwoch verbrachte ich nach ausschlafen unter anderem auf gutem tartanboden - endlich. habe mal recherchiert und herausgefunden dass das stadion welches hier nur ein steinwurf entfernt ist ist wochentags von 7.30-2.30 geoeffnet hat. bingo!
am donnerstag war sushi essen angesagt, natuerlich ohne limit. das am west-end in downtown gelegene restaurant (extrem empfehlenswert: tanpopo) bietet nach 21 uhr all-you-can-eat fuer schlappe 11$ an. feine sache. mal wieder ueber den hunger gegessen und mein magen schmerzte nach dem hunger davor nun auch wegen ueberfuellung. trotzdem geil.
freitag hiess es dann verhaeltnismaessig frueh aufstehen, um 10. um 12 uhr traf ich mich dann mit julie. sie arbeitet im alcan rio-tinto buero in vancouver und hat mich in ein schnieckes restaurant direkt am meer eingeladen (aqua riva - auch sehr empfehlenswert). der blick auf die bucht war schoen, und wir redeten ueber vancouver, sie, mich, olympia, arbeiten, homeless usw. sie war wirklich sehr nett und ich werde mich bei gelegenheit mal mit einem caffee fuer die einladung revanchieren die ich eigentlich abblocken wollte aber mal wieder nicht schaffte, wie in seattle...
gegessen habe ich nur einen salat, nicht nur aus bescheidenheit wegen der einladung, auch noch wegen des sushis welches scheinbar immernoch am verdauen war (bauchschmerzen um 10 uhr beim aufstehen).
samstag war dann also halloween. in europa gehen wir immer mit dem motto "scheiss drauf" an die sache, hier wird aber richtig tumult drum gemacht, kuerbisse dekoriert und rumgegruselt.
nachdem ich mich in gastown (altstadt) in einem starbucks niedergelassen habe und mir den abend organisierte, scheuchte ich mich zur bank und anschliessend in einen kostuemschuppen, wo ich mir nen wikingerhelm, nen bart und ne sonnenbrille holte (hat mehr von fasnacht als halloween). danach heim, umziehen, und um 7 uhr ging ich mit melanie, meiner mitbewohnerin, downtown zur public library wo wir neben alkohol kaufen (Vodka Absolut und Canada Dry (sollte eigentlich sprite sein, stellte sich aber als wasser raus - widerlich!)) noch ein paar andere sprachschueler troffen und gemeinsam zu der besagten party-mansion gingen. war echt richtig witzig da, viele leute, gute musik, typisch amerikanisch, reichlich alkohol. leider zu reichlich. nach vielen glaesern kam dann der wendepunkt und ich hatte einfach nurnoch bock auf ein bett und hatte hunger. ich wusste allerdings nicht mehr wo der skytrain war, deshalb torkelte ich irgendwo die strasse entlang wo mich der gastgeber hinwies und traf unterwegs noch nen typen, der meine rettung war, da er mir den weg zeigte weil er sowieso in die richtung musste. um 2 uhr fiel ich dann in mein bettchen und regte mich auf ueber den alk. hoffe sone partygelegenheit bietet sich mir nochmal. daimnn!
der sonntag bot dann einen gesunden kontrast. mit ivo schlenderte ich durch den burnaby central park und machten uns dann mal auf in den queens elizabeths park, von welchem man wohl die schoenste sicht ueber downtown hatte. richtig geil gewesen, wetter spielte auch mit. abends dann noch parkour wie jede woche.
naechste woche freitag-sonntag habe ich dann jobtraining aufm berg und will noch ein paar andere kleine sinnvolle sachen erledigen.
so das war jetzt auch mal ein etwas detaillierterer eintrag, hoffe nicht zu lame.
Gruesse!