Mittwoch, 18. November 2009

Erster Arbeitstag auf dem Cypress Mountain


Nun ist es also soweit, der erste offizielle arbeitstag als lift operator liegt hinter mir. mal wieder eine chronologie bin aber zu muede um viel zu schreiben:

Nov. 18th, 2009

5.20
der wecker klingelt. nach sehr unruhiger nacht (im 2-stunden-abstand wach gewesen, immerhin vor mitternacht schon 1h geschlafen) gewaschen, gefruehstueckt, das uebliche und um 5.50 das haus verlassen.

6.35
10 minuten dem plan voraus am departure point des busses angekommen, abfahrt puenktlich um 6.55 richtung berggipfel

8.00
erreichen des gipfels, ca. 0,8m schnee. ich bekam meine uniform, passte wie angegossen und bestehend aus hose, jacke und weste. danach wurde ich fuer den "midway chair" eingeteilt, ein sessellift fuer 2 personen. aelteres semester, weit vor 2000. es folge eine einweisung durch einen supervisor. war alles recht einfach. trotzdem einen kleinen schock erlitten als er ploetzlich sagte "ok ich lass dich jetzt allein, spaeter kommt nochmal jemand vorbei" :)

12.00
nach gut 3h pflichtbewusstem arbeiten wurde der lift aufgrung zu starkem windes abgeschalten. mein partner von der top station kam runter, wir setzten uns gemuetlich in die warme huette fuer gute 1,5h waehrend draussen die schneeflocken umherpeitschten. ich glaube ich brauche demnaechst eine skibrille, es fuehlt sich an wie 1000 nadelstiche.

14.00
ich bezog stellung an einem recht modernen 4er sessellift names "lions express", business as usual. wir waren zu 4t. 2 oben, 2 unten. es war chillig, es war allgemein eher un-busy weil mittwoch. und ins englisch reden komm ich auch, zumindest wenn ich einen partner am lift habe wie hier.

16.00
so, eine checkliste zum runterfahren des lifts wurde durchgefuehrt. diverse sachen wurden aufgeraeumt. um 16.30 fuhr der bus zurueck, 18.20 wieder zu hause. lange unterwegs.

meine aufgaben:
-leuten sicher in den lift helfen
-sicherheitshinweise geben
-begruessen
-intakthaltung der ganzen area, d.h. schnee schippen, sessel ent-schnee-en, boardinggebiet angemessen herrichten, d.h. schneehuppel entfernen usw.
-streuerung des lifts: stoppen, starten, bremsen, beschleunigen

alles in allem anstrengend aber spassig, freu mich schon auf die weiteren arbeitstage bei hoffentlich gutem wetter und nicht so einem schneesturm wie heute. werde mit demnaechst long-term maessig skier ausleihen fuer ca. 200$ damit ich wochenends oder so mal auf die piste kann. mal sehen was noch auf mich zu kommt :)!
(weitere details zu allem folgen wenn ich fit bin/lust habe/mehr gearbeitet habe)

Gruss!

Freitag, 6. November 2009

Cypress Mountain - Liftboy Jobtraining

Erster tag jobtraining geschafft!

Nov. 6th, 2009 Heute hatte ich meinen ersten jobtrainingstag auf dem cypress mountain. und es hat eigentlich richtig spass gemacht, wie immer schon am vorabend winterhose, winterschuhe und papierkram eingepackt und nachdem um 6 uhr der wecker klingelte auch noch geschwindt lebensmittel bevor der bus um 6.46 richtung skytrain abfuhr. nach einiger fahrer- und warterei kam ich dann um 7.30 am shuttlebus treffpunkt an und schluerfte noch eine halbe stunde lang gruenen tee bei starbucks und las zeitung. dann gings los.

schon auf dem weg nach oben erfreute ich mich an einer immer dicker werdenden schneedecke. kaum zu glauben, vor 2 monaten habe ich noch geschwitzt vor hitze und jetzt die weisse pracht in der hand. angekommen gab es zuerst einmal kostenlose donuts (natuerlich das ideale fuer 9 uhr morgens) und kaffee. ich bediente mich, und zuerst galt es 2 stunden lang gemuetlich papierzeug auszufuellen. der supervisor (andreas), typischer kanadier und ein richtig witziger und energischer kerl stand uns samt 4-koepfigen lift-team zur seite. nach einem film ging es dann raus. erste gelegenheit mal die neuen klamotten auf die probe zu stellen.

der schneefall war dicht und die schneedecke schon an die 10cm. wir gingen zu verschiedenen liften (nur sessellifte) und wurden in funktionsweise und bediehnung crash-kurs maessig eingefuehrt. war interessant, auch wenn durch die mangelnde bewegung meine zehenspitzen trotz der northface-boots allmaehlich zu frieren anfingen. spaeter in der lobby gabs noch ein kurzes gespraech bezueglich customer service und welche attribute guten service auszeichnen. wow. mal sehen was der morgige tag bringt, hoffentlich einen guten test, weshalb ich gerade das "Lift Operator Manual" durchlese.

Nov. 7th, 2009 so, das jobtraining ist vorbei. es war urspruenglich auf 3 tage ausgelegt worden, ist nun aber verkuerzt worden. wie gestern bin ich auch heute schon recht frueh aus dem haus, genauergesagt um 7 uhr. es regnete leicht. um 9 uhr waren wir nach derselben prozedur wie gestern auf dem berg oben. allerdings lag heute anstatt 10cm rund 30cm schnee. und die schneehose hatte ich auch am start.

zuerst gingen wir einige seiten des manuals durch, danach noch einen film wie lifts zerstoert werden, beispielsweise durch feuer oder uebermaessig schnell rotierender haul rope, also das drahtseil an dem die carrier per grip befestigt sind (ja ich musste vokabeln von liftbauteilen usw. lernen). danach ging es wieder praktischer ans werk und wir stiefelten durch den noch etwas nass-pappigen schnee zu zwei liften, wo wir wieder in ablaeufe und bestandteile eingeweiht wurden. diesmal war ich mit einem guten pulli unter der jacke und der schneehose vollkommen gut versorgt, kein zehfrieren... es hat teilweise immernoch recht kraeftig geschneit und die sicht war zeitabhaengig auf 50-200m beschraenkt.
ach ja, die gesunde bergluft. tat gut, und bringt bestimmt guten schlaf.

danach hiess es TEST, welcher an sich ein witz war, da alle antworten gegeben waren und man nur die richtige aussuchen musste. geil, und ich behaupte vorweg schonmal: bestanden!

gegen 17.45 rollten wir wieder gen vancouver und nach 2 stunden pendeln kam ich dann um 19.30 zuhause an. ja diese fahrerei ist der einzige nachteil. muss wahrscheinlich auch fuer die arbeitstage mit zwischen 3-4h fahrzeit taeglich rechnen. was solls, das ist es mir auf jedenfall wert und vielleicht kann ich im shuttlebus noch ein paar minuten schlaf nachholen oder gechillt musik hoeren oder dergleichen.

Gruss!

Sonntag, 1. November 2009

Von zuviel Essen, zuviel Trinken und zu wenig Arbeit


Mittlerweile bricht fuer mich hier der dritte monat an. seit 67 tagen bin ich nun schon hier in vancouver, der wohl klimafreundlichsten ecke dieses zweitgroessten landes der erde.
der herbst ist schon langst eingebrochen wie man vor allem in den parks hier unschwer erkennen kann und auch der winter scheint auf den vormarsch zu sein. 10cm neuschnee gab es auf der bergkette noerdlich vancouvers. und das ist nicht nur gut fuer mich, da mein skilift-job dann bald beginnt, auch gut fuer die olympischen spiele, die hier in vancouver und whistler (das st. moritz kanadas) im februar und maerz gehalten werden.

diese woche fing wie die meissten wochen mit montag an, das hiess fuer mich "an die arbeit!". Ivo hatte mir einen job auf einer baustelle besorgt, gelegen in new westminster, ein paar skytrain-minuten oestlich von burnaby, wo ich lebe. es ist schon eher ein stadtrand-bezirk, 20 zugminuten von downtown entfernt. in dem gebaeude arbeiteten wir sozusagen den bauarbeitern hinterher. sie fertigten badezimmer an, welche wir dann putzten, also von staub, gips- und betonresten befreiten und blitzeblank polierten. die bezahlung war ausgesprochen gut. 10$ die stunde sind schon sehr passabel fuer travel-worker hier in der stadt, wobei meine arbeit nicht allzu schwer und kraeftezaehrend und die sicht von gebaeude natuerlich auch top war. um 11.45 hiess es dann mittagspause. gutes gefuehl, wenn beim nickerchen die gelduhr weiter tickt :)... der mindestlohn ist uebrigens 8$ in british columbia, also 5 euro und ein paar cents.

der dienstag sah relativ aehnlich aus, hochmotiviert um 8 uhr ging es an die arbeit und um 16 uhr packten wir dann unsere sachen und setzten uns in den zug gen heimat. gemischte gefuehle begleiteten mich nach hause. das gute war dass ich nun schon nach 2 tagen arbeit das geld fuer meine columbia bungaboo parka zusammen hatte, eine meiner meinung nach recht wetterresistente und solide ski- und winterjacke. andererseits war es mir nicht moeglich mittwoch zur arbeit zu kommen, weil wir zu schnell arbeiteten oder die bauarbeiter zu langsam. jedenfalls wurden nicht mehr so viele leute gebraucht, deshalb wurden ein paar andere und ich "beurlaubt", was sich am folgefreitag als dauerhaft herausstellte...leider :(. ein aergernis, diese unfaehigkeit, zu kalkulieren, wie viele leute man fuer ein gebaeude braucht. hoffe ich werde dennoch bis zum liftjob ab und zu die gelegenheit haben dort ein paar kroeten zu verdienen.

aber um mal wieder zum chronologischen faden zurueckzufinden: den mittwoch verbrachte ich nach ausschlafen unter anderem auf gutem tartanboden - endlich. habe mal recherchiert und herausgefunden dass das stadion welches hier nur ein steinwurf entfernt ist ist wochentags von 7.30-2.30 geoeffnet hat. bingo!

am donnerstag war sushi essen angesagt, natuerlich ohne limit. das am west-end in downtown gelegene restaurant (extrem empfehlenswert: tanpopo) bietet nach 21 uhr all-you-can-eat fuer schlappe 11$ an. feine sache. mal wieder ueber den hunger gegessen und mein magen schmerzte nach dem hunger davor nun auch wegen ueberfuellung. trotzdem geil.

freitag hiess es dann verhaeltnismaessig frueh aufstehen, um 10. um 12 uhr traf ich mich dann mit julie. sie arbeitet im alcan rio-tinto buero in vancouver und hat mich in ein schnieckes restaurant direkt am meer eingeladen (aqua riva - auch sehr empfehlenswert). der blick auf die bucht war schoen, und wir redeten ueber vancouver, sie, mich, olympia, arbeiten, homeless usw. sie war wirklich sehr nett und ich werde mich bei gelegenheit mal mit einem caffee fuer die einladung revanchieren die ich eigentlich abblocken wollte aber mal wieder nicht schaffte, wie in seattle...
gegessen habe ich nur einen salat, nicht nur aus bescheidenheit wegen der einladung, auch noch wegen des sushis welches scheinbar immernoch am verdauen war (bauchschmerzen um 10 uhr beim aufstehen).

samstag war dann also halloween. in europa gehen wir immer mit dem motto "scheiss drauf" an die sache, hier wird aber richtig tumult drum gemacht, kuerbisse dekoriert und rumgegruselt.
nachdem ich mich in gastown (altstadt) in einem starbucks niedergelassen habe und mir den abend organisierte, scheuchte ich mich zur bank und anschliessend in einen kostuemschuppen, wo ich mir nen wikingerhelm, nen bart und ne sonnenbrille holte (hat mehr von fasnacht als halloween). danach heim, umziehen, und um 7 uhr ging ich mit melanie, meiner mitbewohnerin, downtown zur public library wo wir neben alkohol kaufen (Vodka Absolut und Canada Dry (sollte eigentlich sprite sein, stellte sich aber als wasser raus - widerlich!)) noch ein paar andere sprachschueler troffen und gemeinsam zu der besagten party-mansion gingen. war echt richtig witzig da, viele leute, gute musik, typisch amerikanisch, reichlich alkohol. leider zu reichlich. nach vielen glaesern kam dann der wendepunkt und ich hatte einfach nurnoch bock auf ein bett und hatte hunger. ich wusste allerdings nicht mehr wo der skytrain war, deshalb torkelte ich irgendwo die strasse entlang wo mich der gastgeber hinwies und traf unterwegs noch nen typen, der meine rettung war, da er mir den weg zeigte weil er sowieso in die richtung musste. um 2 uhr fiel ich dann in mein bettchen und regte mich auf ueber den alk. hoffe sone partygelegenheit bietet sich mir nochmal. daimnn!

der sonntag bot dann einen gesunden kontrast. mit ivo schlenderte ich durch den burnaby central park und machten uns dann mal auf in den queens elizabeths park, von welchem man wohl die schoenste sicht ueber downtown hatte. richtig geil gewesen, wetter spielte auch mit. abends dann noch parkour wie jede woche.

naechste woche freitag-sonntag habe ich dann jobtraining aufm berg und will noch ein paar andere kleine sinnvolle sachen erledigen.

so das war jetzt auch mal ein etwas detaillierterer eintrag, hoffe nicht zu lame.

Gruesse!